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München muss eine menschliche und solidarische Stadt bleiben! Pressemitteilung zum Qualitätssiegel „Soziale Stadt München“

„Soziale Gerechtigkeit in aller Vielfalt in einer Stadt wie München zu erhalten und niemanden aus dem Blick zu verlieren ist immer eine Herausforderung. Die Pandemie war da in manchen Bereichen wie ein Brennglas und ein Katalysator.“, so Tobias Hartmann, Präses des BDKJ in der Region München e. V. und Sprecher des Bündnisses München Sozial.

Alle drei Jahre verleiht das Bündnis München Sozial das Qualitätssiegel „Soziale Stadt München“ nach gründlicher Überprüfung der Stadt aus Sicht der sozialen Verbände und freien Träger der Wohlfahrtspflege. Dieses Jahr wäre es wieder soweit gewesen. Aber angesichts der Corona-Pandemie und der belastenden Herausforderungen für die Landeshauptstadt und das Bündnis München Sozial wäre es unredlich, bis unmöglich gewesen, die Verleihung in bisheriger Form durchzuführen.

„Das Bündnis München Sozial und seine rund 70 Mitgliedsorganisationen haben natürlich die Stadt und ihr Handeln weiter im Blick. Daher verschieben wir unsere Siegelverleihung auf nächstes Jahr.“, so Karin Majewski, Geschäftsführerin des Paritätischen in Oberbayern und Bündnissprecherin. Weiter: „Doch wollen wir auch dieses Jahr unserer sozialen Verpflichtung nachkommen und ein paar Rückmeldungen an die Landeshauptstadt geben.“

Absolut positiv ist zu bemerken, dass es trotz der angespannten finanziellen Lage keine Kürzungen im sozialen Bereich gab. Dafür sagt das Bündnis ein herzliches Dankeschön an den Stadtrat! Im Gegenteil wurden der kooperative Ganztag an Schulen ausgebaut und eine Clearingstelle für Menschen ohne Krankenversicherung eingerichtet. Das große Engagement im Bereich Asyl und Migration muss ebenfalls hervorgehoben werden, auch wenn es deutlich eines Ausbaus von W-LAN in den städtischen Unterkünften bedarf.

Die durchaus partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Landeshauptstadt München und den Verbänden und Organisationen wird bisweilen durch zu hohen Verwaltungsaufwand erschwert. „Die Pandemie hat uns vor Augen geführt, dass Menschen im unteren Einkommensbereich und prekären Verhältnissen weiter abgehängt wurden. Das löst Angst, Besorgnis und Wut aus. Vor allem aber fordert es zum Handeln auf!“, mahnt Karin Majewski.

München versuchte die Krise bestmöglich zu bewältigen und war oftmals durch staatliche Vorgaben eingeschränkt. Das ist dem Bündnis durchaus bewusst. Es gibt viele Bereiche, die nun ein Mehr an Ressourcen benötigen. Ein Ausbau von Streetwork-Angeboten im Bereich der Suchthilfe könnte hier ein wichtiger Punkt sein.

Junge Menschen waren in den Corona-Einschränkungen an den Rand gedrängt. Es zeigt sich deutlich, wie wichtig es ist hier Plätze zu schaffen, an denen diese Altersgruppen sein dürfen und sein können, auch fernab pädagogischer Konzepte.

Das Bündnis München Sozial dankt der Landeshauptstadt München und ihren Mitarbeiter*innen ausdrücklich für die geleistete Arbeit und das Engagement in der Krise!

Bedauerlich ist jedoch, dass gerade im Bereich sozialer Wohnungsbau und „Junges Wohnen“ in den vergangenen drei Jahren vergleichsweise wenig geschehen ist. Die angespannte Wohnsituation hat sich, vielleicht auch pandemie-bedingt, nicht verschärft, aber auch nicht wesentlich entspannt und ist so immer noch eine belastende Herausforderung, sowohl für Münchner*innen, als auch Menschen, die dies noch werden wollen. Hartmann: „Es kann nicht sein, dass Studierende über mehrere Semester hinweg bei Freunden auf der Couch schlafen müssen, weil sie in München keine bezahlbare Wohnung finden.“ Das Bündnis München Sozial bleibt präsent und engagiert, den Menschen und seine Situation in Blick nehmend und die solidarische Stadtgemeinschaft als Ziel.

„Wir freuen uns darauf, uns im nächsten Jahr wieder intensiv mit dem Qualitätssiegel beschäftigen zu können und es dann auch wieder der Landeshauptstadt verleihen zu können. Sicher tut sich in vielen Bereichen bis dahin wieder Neues auf. Die Herausforderungen bleiben für die größte Kommune Deutschlands. Die Stadt wächst beständig, die Aufgaben auch, doch wir müssen eine solidarische und menschliche Stadt bleiben.“, so das Bündnis München Sozial, wir halten die Stadt zusammen.