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Studierende sind unsere Zukunft, sie dürfen nicht vergessen werden!

Pressekampagne: „Bündnis München sozial. Wir halten die Stadt zusammen – jetzt erst recht!“

Unter diesem Motto rückt das Bündnis München Sozial Menschen ins Rampenlicht, die während der anhaltenden Corona-Krise leicht vergessen werden. „Die Krise verlangt uns allen viel ab, doch Menschen in besonderen Lebenslagen oder mit speziellen Problemen trifft sie besonders hart“, so Karin Majewski Sprecherin des Bündnisses München Sozial.

Heute: Studierende sind unsere Zukunft, sie dürfen nicht zu vergessen werden!

Spricht man derzeit im Zusammenhang mit der Pandemie von Bildung und den aktuellen Problemen, so fokussiert sich die Diskussion meist auf Kinder und Jugendliche. Studierende werden dabei in der Regel vergessen.

Doch auch diese Gruppe leidet aktuell massiv unter den Folgen von Covid 19. Dies umso mehr, da es hier in den letzten 12 Monaten keinerlei Möglichkeiten mehr für klassische analoge Lehrveranstaltungen gab. An ihre Stelle trat überall die Onlinelehre. Es wäre falsch letztere nur als defizitär zu sehen, doch sollte man deren Möglichkeiten nicht überschätzen. Gerade das Studium und insbesondere das Studium der Sozialen Arbeit leben von sozialer Interaktion der Lehrenden und der Studierenden wie auch der Studierenden untereinander. Schließlich ist kaum ein Studium so auf zwischenmenschlicher Kommunikation aufgebaut wie dieses. Des Weiteren leiden die Studierende unter:

  • Dem Wegbrechen der Zuverdienstmöglichkeiten während des Studiums und keiner ausreichenden Gegenfinanzierung durch Bafög (Darlehen welches zurückgezahlt werden muss und aufgrund bürokratischer Hindernisse schwer zu beantragen bzw. zu bekommen ist),
  • der immer wieder zeitweiligen Schließung der Praxisstellen (s. hierzu auch Duales Studium und Finanzierung privater Hochschulen durch die Praxisstellen ohne Gegenfinanzierung durch die Öffentliche Hand),
  • der fehlenden Ausstattung mit digitalen Arbeitsmitteln oder Internet generell. Letzteres hängt oft vom eigenen Einkommen oder dem der Eltern ab und führt zu einer weiteren Zementierung auch in Bezug auf die Bildungschancen zwischen Reich und Arm,
  • der vielfach gerade in prosperierenden Großstädten fehlende räumliche Ausstattung der Studierende, z.B. Zugang zum Wohnungsmarkt,
  • den aktuell stark eingeschränkten Möglichkeiten zu Dialog und Diskussion zwischen Professor*innen und Studierenden, wie sie in einem klassischen Studium üblich sind,
  • dem erschwerten Zugang zu den Bibliotheken, insbesondere da gerade wichtigste Literatur oft nicht digital abgerufen werden kann,
  • einer absinkenden Motivation, einer mangelnden Verarbeitung des Studiums, Existenzängsten bis hin zu psychischen Erkrankungen als Folge.

Auch wir Lehrende sind davon betroffen. Die Onlinelehre vor kleinsten Bildschirmen, fehlenden Räumen und deren Ausstattung, das eingeschränkte Feedback, die einseitige Kommunikation führen auch zu vermehrten Burnout.  Um allem besser entgegenwirken zu können, benötigen wir dringend eine Diskussion über die teilweise Öffnung der Hochschulen (z.B. durch eine „Wechselstudium“, unter Ausnutzen der oft vorhandenen Raumkapazitäten etc.). Dass auch die Verdienstausfälle der Studierenden kompensiert werden (gerade bei 450 Eurokräfte). Dass die Studierenden Zuschüsse bei einer fehlenden digitalen Ausstattung beantragen können. Es zu einer besseren Digitalisierung der Bibliotheken bis hin zu einer zeitweisen Öffnung für Studierende kommt.

„Wir müssen jetzt handeln! Ansonsten drohen die Absolvent*innen der „Coronajahrgänge“ in der Praxis nicht konkurrenzfähig zu sein“, so Professor Dr. Mylonas von der IU München und weiter „Gerade für die Bundesrepublik, die für sich immer wieder reklamiert, dass Bildung ihr wichtigster Rohstoff ist, hätte dies gravierende Auswirkungen“

Dazu eine Studentin: „Angeblich sind wir die Zukunft, doch die hat man derzeit wohl vergessen!“